Sonntag, 29. Januar 2012

Bauern und Fackeln

Einst sprach Annika zu mir:
"ich hab dracula schon vor einigen jahren gelesen und fands toll! würd mich freuen, eine kritik von dir zu lesen"

Und so dachte ich mir: warum nicht? Die Bloggerszene rezensiert, kritisiert und reviewt von ihrer Zahnpasta über Alben, Filme, Hundenahrung, Restaurants, Geschirrspültabs und Lippenstifte alles, was in ihr Blickfeld kommt und so kann auch ich mich diesem Trend nicht verschließen.

Dracula ist einer der bekanntesten Romane. Der Titel allein genügt, um gewisse Assoziationen auszulösen: Transsylvanien, ein altes Schloss, der Vampir Graf Dracula, Knoblauch, Bauern mit Fackeln und natürlich eine Menge Blut. Mit diesem Bild im Hinterkopf machte ich mich an die Lektüre und war zuerst wenig neugierig auf die Handlung. Denn schließlich wird man aktuell so sehr mit Vampirgeschichten überschwemmt, dass man die bekannteste davon zu kennen glaubt. Aber ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung, worum genau es in dem Buch, dessen Titel alle kennen, eigentlich geht. Öhm, der Graf liegt tagsüber in einem Sarg in seinem transylvanischen Schloss und knabbert in der Nacht die Bauerntöchter an, woraufhin diese mit Fackeln und Mistgabeln zu seinem Schloss stürmen, um ihn zu vernichten?
Diese Annahmen stellten sich als völlig falsch heraus.

Nun gut, Dracula lebt tatsächlich auf einem Schloss in Transsylvanien, doch das ist auch das einzige, das mit meiner Vorstellung übereinstimmt.
Denn im Buch ruft der Graf den jungen britischen Anwalt Jonathan Harker zu sich, der ihm dabei helfen soll, den Erwerb eines Anwesens in Großbritannien zu organisieren und ihm dabei gleichzeitig Englisch beibringen, sodass er dieses perfekt beherrschend in Großbritannien nicht als Fremder auffällt. Als Jonathan Harker in Transsylvanien eintrifft, erlebt er den Aberglauben der Einheimischen und deren Entsetzen darüber, dass er sich freiwillig auf die Burg Dracula begibt. Anfangs hält er deren Warnungen für Humbug, doch nach einiger Zeit auf dem Schloss kommen auch ihm viele Dinge merkwürdig vor und schließlich erkennt er das wahre Wesen des Grafen. Er wird immer angsterfüllter und führt über seine Erlebnisse Tagebuch.
Schließlich lässt Dracula den britischen Anwalt zurück und macht sich in der Tat auf den Weg zur Insel Großbritannien, um sich dort neue Jagdgründe zu erschließen.

Der Schauplatz des Geschehens wird nach Whitby, eine mittelenglischen Küstenstadt verlegt. Dort lebt Jonathans Verlobte Mina und deren Freundin Lucy, welche Draculas schaurige Ankunft erleben. Kurz darauf erkrankt Lucy; ist schwach, müde und blass. Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt und so kann ihr von dem örtlichen Arzt und Leiter einer Nervenklinik Dr.Seward nicht geholfen werden. Im Gegenteil: die Krankheit verschlimmert sich und so ist Lucy bald ausgezehrt und schlafwandelt nachts durch die mondbeschienenen Gassen zur alten Abtei Whitbys. Die ihr in dieser Nacht folgende Mina beobachtet, wie sich dort eine dunkle Gestalt mit roten Augen über ihre Freundin beugt.

Dem Leser ist inzwischen klar, worunter Lucy leidet, doch die Protagonisten tappen im Dunklen, bis Dr. Seward aus Amsterdam den Arzt Van Helsing ruft, der allerlei merkwürdige Maßnahmen zur Heilung der Kranken unternimmt und so zum Beispiel Knoblauchblüten vor das Fenster und um Lucys Hals legt.

Derweil taucht Jonathan unter Amnesie leidend in einem Hamburger Kloster auf, wo er gepflegt wird. Die besorgte Mina eilt zu ihm; kurz darauf heiraten sie und kehren nach Whitby zurück. Dort kämpfen Dr. Seward und Van Helsing um Lucys Seele, jedoch erfolglos, denn diese stirbt wenig später. Das ist aber noch lange nicht ihr Ende, da sie als Wiedergängerin zurück kehrt und die Umgebung unsicher macht. Unter Van Helsings Leitung, der mittlerweile den Feunden die Existenz von Vampiren offenbart hat,  wird Lucy "erlöst" und sie machen sich gemeinsam mit ihrem amerikanischen Freund Quincey Morris auf die Jagd nach Dracula.

Jonathans Tagebuch aus der Zeit seines Aufenthaltes in Transsylvaniens wird gelesen, sie recherchieren und notieren sämtliche Tageserlebnisse, um kein Detail zu missachten. Ein Patient von Dr. Sewards Nervenklinik namens Renfield ist ihnen bei ihrer Aufklärungsarbeit hilfreich, da er in seinem Wechsel zwischen Irrsinn und Klarheit das Befinden Draculas durch eine Verbindung zu diesem detektieren zu können scheint.
Mit dem gewonnenen Wissen schaffen sie es trotz einiger Rückschläge (unter anderem wird ein weiterer von ihnen Opfer von Draculas Hunger) Dracula zurück nach Transsylvanien zu vertreiben und folgen ihm sogar, um ihn endgültig zu vernichten. Es beginnt eine Verfolgungsjagd, deren Ausgang noch auf den letzten fünfzehn Seiten unklar war.

Das Buch gibt abwechselnd die Tagebucheinträge der Protagonisten wieder, sodass regelmäßig die Perspektive wechselt, was ich als sehr angenehm und spannungserhaltend empfunden habe. Auch der Schreibstil ist nicht übermäßig veraltet und dadurch schwer lesbar. Ausführliche Orts- und Personenbeschreibungen bieten dem Kopfkino Futter und führen zu Anfällen von Gänsehaut. So habe ich nach einer mitternächtlichen Lektüre dann doch lieber das Licht angeschaltet statt wie gewöhnlich im Dunkeln durch die Wohnung zu laufen.

Insgesamt war die Geschichte durchweg spannend, was unter anderem auch durch gelegentliche unerwartete Wendungen bedingt war.
Besonders gefreut habe ich mich auch, dass ich im letzten Jahr sogar den Ort Whitby besucht hatte und so in Gedanken genau vor mir sehen konnte, wie Lucy mondsüchtig die Anhöhe zur Klosterruine emporschwankt.
Bei meinem Besuch des Ortes habe ich zufällig ein Video der alten Abtei gedreht (hochprofessionell mit der Digitalkamera), welches ich nun einfüge, um euch einen kleinen Eindruck der Ruine zu geben. Über eine instabile Kameraführung und konsequentes Atmen im Hintergrund (hätte ich das eliminieren wollen hätte ich auch das Glockengeläut löschen müssen und das wollte ich nicht) möchte ich keine Kommentare lesen. Und ja, ich habe gelernt, dass es nicht ratsam ist, die Kamera dauernd zu drehen.

Vorweg noch einige Bilder des Städtchens Whitby. Es sieht überhaupt nicht wie der Sitz des Grauens aus.

Das Panorama der Stadt. Idyllisch steht die Ruine der alten Abtei auf einer Anhöhe an der Küste hinter der auch nicht mehr ganz jungen Kirche, davor drängen sich die typisch englischen Häuser mit Dutzenden von Schornsteinen auf den Hügel.



So sieht es dann aus, wenn man die unzähligen Treppen zur Abtei hinaufgestiegen ist.



Man steht direkt vor der alten Kirche umgeben von rauchgeschwärzten Grabsteinen und keltischen Kreuzen. Kein Wunder, dass Bram Stoker davon inspiriert wurde.

Ja, ja, das Video.
Inzwischen weiß ich übrigens wieder, dass das Rauschen im Hintergrund nicht mein Atem ist (denn SO schweratmig kann man kaum sein), sondern der Wind auf der Klippe.

video


Wowowow - ich habe es tatsächlich geschafft, ein Video zu schneiden (bin Profi; ist ja schon mein zweites....) UND es einzubetten!  Na gut, mit dem Einbetten hat es erst im zweiten Anlauf geklappt, da mir das Hochladen beim ersten Versuch mehr als zwei Stunden gearbeitet hatte und kein Ende in Sicht war. Immerhin fiel mir dann auf, dass nur Videos bis zu 100 MB einbaubar sind. Also fix zurück zu iMovie und runter mit der Qualitätsstufe.
Hach bin ich froh, dass es geklappt hat. Auch wenn es nur bedingt zum Thema passt.
Abschließen möchte ich mit dem Fazit, dass mir Bram Stokers Dracula sehr gefallen hat und ich es mit vier von fünf Punkten bewerten würde. Und warum dann nicht mit der vollen Punktzahl?
Weil das Werk nachdem ich es ausgelesen hatte kein richtiges anschließendes Nachgrübeln darüber bei mir ausgelöst hat. Mit dem Zuschlagen des Buches war auch das Nachdenken darüber beendet und da ich einen geistigen Nachhall meiner Lektüre mag, bekommt Dracula von mir in der Bewertung ein Pünktchen abgezogen.

Fertig. Ich hoffe, ich habe euch nicht zu viel des Inhalts verraten (neudeutsch: gespoilert) sondern Lust auf dieses Buch gemacht.

Gruß,
Apfelkern

Freitag, 27. Januar 2012

Meinungslos

Man unterhält sich und stellt eine Frage. Die Person antwortet und man selbst eröffnet kurz darauf seine Meinung, die nicht der kurz zuvor ausgesprochenen Position des anderen entspricht.
Und dann passiert es: der Gesprächspartner ändert seine Meinung ohne erkennbaren Grund und stimmt nun plötzlich doch zu.
(HÄH? Habe ich mich verhört - aus diesem Mund kamen doch gerade noch ganz andere Worte!)
 
Was soll das?
Es ist wichtig, nicht stur auf seine Meinung zu beharren und sondern durch logische, moralische, erfahrungsbasierte oder auch vergleichende Argumente überzeugbar zu sein. Es ist keine Schande, seine Ansichten zu ändern; ich sehe es eher als Lernprozess. Brecht wusste schon: Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.
 
Doch das beliebige Anpassen an die Meinung anderer, um diesen zu gefallen, nervt.  Ein normaler Mensch braucht mehr als eine Sekunde um seine Meinung aufgrund von Überlegungen, die zu wirklicher Überzeugung führen zu ändern. Kurz: Die meisten Menschen erkennen nicht in zwei Sekunden, dass A nicht richtig war, sondern brauchen länger. Und genau dann fällt auf, dass der Gesprächspartner einem "nach dem Mund redet"; genau genommen lügt.
Ich möchte Gesprächspartner, mit denen ich diskutieren kann und keinen Papagei. Warum sollte ich überhaupt mit jemandem sprechen, der seine Persönlichkeit verbirgt und glaubt, mir so positiver zu erscheinen? Na ja, ich könnte eine solche Person fragen, ob sie mir bitte die Butter reicht oder wo es zum Bahnhof geht, doch für alle darüber hinausgehenden Themen würde ich andere Kommunikationspartner bevorzugen.

Ich frage mich, weshalb dieses Phänomen überhaupt auftritt. Es ist doch einschränkend, seine eigene Meinung verbergen zu müssen und wenn das mir dann nicht einmal das Wohlwollen meines Gegenüber einbringt würde ich es einfach sein lassen.  Außerdem bildet das eigene Weltbild die Grundlage des Charakters, der Persönlichkeit.

Oder haben diese Personen gar keine eigene Meinung?
Das bezweifle ich, denn der Mensch ist einfach so, dass er zu allem, was seinen Geist beschäftigt bewusst oder unterbewusst einen Standpunkt einnimmt. Wie auch immer der ausfällt.

Natürlich ist es wesentlich leichter für uns, wenn wir alle glücklich und zufrieden dem Konsens frönen, aber so entwickeln wir uns nicht weiter. Hätten sich die Menschen artig dem System des Feudalismus gefügt würden wir noch immer in einem solchen System leben.
Also sprecht eure Gedanken aus! Wichtig ist es, auch die Meinungen anderer zu akzeptieren auch wenn sie unverständlich erscheinen, denn ohne gegenseitige Akzeptanz funktioniert Meinungsfreiheit auch nicht in einer friedlichen Atmosphäre.

Und dass mir ja keiner anfängt, anderen Honig ums Maul zu schmieren und etwas ganz anderes  dabei zu denken.

Meinung kund getan,

Apfelkern

Donnerstag, 26. Januar 2012

Versuchung

Oha, welch ein Thema für das musikalisches Projekt! Und auch wenn man gleich eine Vorstellung von Versuchung hat, fällt es schwer, dieser Idee eine Musik zu zuordnen. Es lässt sich vielleicht gar nicht in Töne fassen - obwohl, wenn man es in Bildern ausdrücken kann, dann erst recht mit Musik.

Eine gute Kombination von Bild und Musik sind Videos und das ließ mich an die Serie True Blood denken. Tiefgründig ist sie nur bedingt, doch das Ansehen bereitet einfach Freude: viel Action (adäquates deutsches Wort?!), fast nackte Darsteller, die durchs Bild rennen, eine Menge Kunstblut und dazu - wie könnte es anders sein - Erotik und das nicht zu knapp. Und die Geschichte? Ach, naja ... obwohl, doch schon spannend.

Schon das Intro weckt bei mir die Vorfreude auf die Folge und außerdem empfand ich den Vorspann schon immer als außerordentlich gelungen.

Jace Everett - Bad Things



Ui, wenn jetzt wirklich eine neue Folge käme...

Apfelkern

Samstag, 21. Januar 2012

Sturmwarnung: herabfallende Äste

Als ich kürzlich so wild damit beschäftigt war, mit Stöckchen um mich zu werfen, haben sich zwei Damen einfach von hinten an mich herangeschlichen, um auch mich zu bewerfen.
Was für ein merkwürdiges Sinnbild - wer kam auf die Idee, den ganzen Spaß Stöckchen zu nennen?

Davon abgesehen wurde ich aber tatsächlich eingeladen, kunterbunte Fragesammlungen zu beantworten.

Der erste Fragebogen stammt von Abraxandria.

Die Regeln:
- verlinke die Person, die Dich getaggt hat und poste die Regeln.
- Schreibe 7 Dir zufällig einfallende und / oder seltsame Eigenschaften von Dir hier nieder. Sie interessieren uns alle!
- Tagge 7 Personen am Ende deines Posts und verlinke sie in deinem Text.
- Teile jedem der 7 Personen durch einen Kommentar auf ihrem Blog mit, dass sie von Dir getaggt wurden.

1.Ich habe mein Mobiltelefon fast nie dabei. Es hatte sich schlecht benommen und wurde zu Schubladenarrest verurteilt.

2. Mein Fahrrad und mich trennen dagegen weder Wind noch Wetter und so lege ich auch bei Schnee und Regen die täglichen Strecken mit dem Rad zurück. Nur bei Glätte muss ich nach Alternativen suchen, denn sonst laufe ich wieder ein paar Wochen mit einem duochromen Knie durch die Weltgeschichte.

3.Ich habe von meinem Vater den "Löcherbohrzeh" geerbt, der in jedes Paar Socken nachdem sie sich vielleicht ein halbes Jahr in meinem Besitz befinden, ein Loch zu bohren pflegt. Aber nur am rechten Fuß.
Inzwischen bin ich auch geübt im Stopfen von Socken.

4.Langsam bin ich fest davon überzeugt, dass ich eine chronische Kürbisphobie entwickle. Die hohen Kürbisdosen sind aber mit guten Rezepten erträglicher und daher verlinke ich an dieser Stelle meine zwei liebsten Kürbiskuchenrezepte: Kürbisgewürzbrot und Kürbispie!

5. Seit vielen Jahren schreibe ich Tagebuch. Ganze 18 Bücher habe ich schon gefüllt.
Warum dann nebenher noch bloggen? Manche Gedanken müssen einfach geteilt werden.

6.Bei langen Filmen neige ich dazu ein zu schlafen, auch wenn der Film spannend ist. Dieses Problem bekämpfe ich allerdings vehement, indem ich einfach während ich auf den Bildschirm starre vor mich hin stricke. Die Hände bleiben so in Bewegung und ich bleibe wach.

7.Heute war ich zum ersten Mal Teil einer Demonstration, was mich nun wohl auch offiziell zum Wutbürger macht.

Der zweite Ast wurde von Jules auf mich geschleudert. Von ihr gibt es einen Fünf-Fragen-TAG.

Regeln:
- Verlinke die Person, die dich getaggt hat.
- Beantworte die Fragen, die dir gestellt wurden.
- Tagge anschließend 5 weitere Leute.
- Gib den Personen Bescheid, die getaggt wurden.
- Stelle anschließend 5 Fragen an die, die getaggt wurden.

Wie alt bist du?
Ach Jules, das fragt man doch nicht! 19.
 
Was wäre dein persönlicher Albtraum?
Einsamkeit  ist etwas, das ich fürchte. Ich bin glücklich, so enge Freunde zu haben, doch ich wünsche mir auch eine glückliche Beziehung mit jemandem zu führen, der gleichzeitig bester Freund und Geliebter sein wird. Ähm ja, verklärte Vorstellungen. Da ist wohl jemand romantisch veranlagt.

Wärst du lieber ein Junge als ein Mädchen?
Früher habe ich mich insgeheim gefreut, dass ich später nicht zur Bundeswehr müsste, doch da dieser Punkt wegfällt...

Nein, ich war schon immer gern ein hochkomplexer Zellhaufen mit zwei X-Chromosomen.


Was würdest du mit 50 000€ anstellen?
Puh - das ist eine Standardfrage und doch fällt mir eine spontane Antwort schwer. Im Moment würde ich das Geld wahrscheinlich nutzen, um demnächst das Studium zu finanzieren. In zehn Jahren würde ich das Geld vielleicht in einen Hauskauf stecken.
Oder sprichst du momentane gierige Wünsche an?
Na dann dürfen es ein WMF Topfset (ich bin doch ein Küchenmonster...), ein MacBookAir sowie ein eigener Fotoapparat (aber eine ganz normale Digitalkamera; nicht so ein pseudoprofessionelles Riesenteil) sein. Und vielleicht eine Reise nach Irland mit einer Freundin?
Erst mal studieren.


Hast du dir jemals einen Knochen gebrochen und weshalb?
Bei meiner Geburt brach eines meiner Schlüsselbeine, da ich mit 59 cm relativ groß war. Nachwirkungen hat das nicht; ich habe es sogar erst kürzlich von meiner Mutter erfahren.
Sonst sind meine Knochen stets unbeschadet geblieben.



Und nun darf ich fragen.


1.Welchen Charakterzug bewunderst du an anderen?
2.Wohin gehst du, wenn du ungestört sein willst?
3.Erzähle von einer persönlichen Erinnerung, die im Zusammenhang mit Schnecken steht!
4.Würdest du einen angebissenen Apfel noch essen, wenn er dir auf den Boden einer Bahn oder auf die Wiese gefallen wäre?
5.Wovon handelte der letzte Traum, an den du dich erinnern kannst?

Und nun werde ich tausendmillionenmilliarden Personen heraussuchen, auf die ich diese Stöcke herabregnen lasse.

Sieben besondere Eigenschaften hätte ich gern von:

Meine Fünf Fragen zu beantworten bitte ich:

Das war anstrengend.
Ich wünsche euch viel Spaß mit dem ganzen Holz vor der Hütte!

Wahrscheinlich hätte ich zu den besonderen Eigenschaften schreiben sollen, dass ich flache Witze über Holz mag.

Apfelkern

Freitag, 20. Januar 2012

Made to break

Gestern habe ich während ich Kürbisquiche und Kürbiskuchen produziert habe die Dokumentation "Gekauft für die Müllhalde" des Senders Arte angesehen.
Thematik der Dokumentation war die geplante Obsoleszenz, die künstliche Verkürzung der Lebensdauer eines Produktes.

Mir war klar, dass wir heute viel mehr und viel häufiger Dinge kaufen, während man von den Großeltern hört, dass sie beispielsweise eine Nähmaschine seit fünfzig Jahren in Benutzung haben und statt Dinge einfach wegzuwerfen, sie mehrfach reparierten.
Doch in kompletter Naivität dachte ich nicht daran, dass die gestiegene Konsumfrequenz künstlich gefördert würde.

Drucker, die nach einer bestimmten Anzahl von Ausdrucken, die so ausgelegt wurde, dass sie bei durchschnittlichen Verbraucher kurz nach Ablauf der Garantiezeit erreicht wird, einfach nicht mehr funktionieren sind ein Beispiel von geplanter Obsoleszenz. Glühbirnen wurden extra so konzipiert, dass sie nur 1000 Stunden Brenndauer haben, damit der Kunde anschließend eine neue kauft. Reißfeste Strumpfhosen wurden vom Markt genommen und durch reißende ersetzt, weil die Unternehmen fürchteten, durch das hochwertigere und langlebigere Produkt Umsatzeinbußen zu haben.

Es klingt wie ein schlechter Scherz und ist doch war. Man erzählt uns, es würde an einer Verbesserung der Produkte gearbeitet und letztendlich halten sie doch nicht so lange wie "damals".
Die erst vier Jahre alten Geräte sind nicht mehr mit neuen kompatibel, sie sehen nicht so schnittig aus oder gehen einfach wie erwähnt früher kaputt und das nur, damit wir - husch husch - schnell noch mehr konsumieren müssen oder wollen, um ein ewig steigendes Wirtschaftswachstum zu garantieren, das eigentlich eine Utopie ist.

Obsoleszenz trägt auch aktiv zur Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung bei, da regelmäßig für neue Produkte Energie und Rohstoffe gewonnen und verwendet werden müssen, wobei man bedenken muss, dass ihre Vorgängermodelle entsorgt werden müssen.

Seht euch den Film an, seid schockiert oder einfach nur beeindruckt, denkt nach und konsumiert bewusster. Der Film ist in guter Qualität auf Youtube verfügbar und hat - keine Sorge - auch keine Überlänge.Link.

Und um mir klar zu machen, dass der Begriff alt  relativ ist, möchte ich einen kleinen TAG ins Leben rufen; ein Stöckchen in euer Leben werfen.
Bloggt über den ältesten Gegenstand in dem Zimmer, in dem ihr gerade seid, während ihr diesen Text lest. Gebt an, wie alt er (ungefähr) ist und fügt ein Bild ein.Wenn ihr möchtet, könnt ihr eine Anekdote über dieses Objekt schreiben und mit anderen teilen, was ihr im Laufe der Zeit damit erlebt habt, was andere damit erlebt haben; welche Erinnerungen daran hängen.
Anschließend gebt ihr diese Aufgabe an drei andere Blogger weiter, um das Bewusstsein zu verbreiten, dass Produkte nicht nur für die Saison sondern fürs Leben gekauft werden sollten. Made to last statt made to break.

Nun zum ältesten Gegenstand in meinem Zimmer. 
Ich vermute, dass es meine Schreibmaschine ist, welche die meisten Jahre kommen und gehen sehen konnte. Lange ist sie noch nicht bei mir, doch ihr Alter ist dennoch beträchtlich.
Durch Recherchen fand ich heraus, dass dieses Modell zwischen 1910 und 1920 produziert wurde. Es ist ein deutsches Modell, dass ich auf dem Dachboden meiner Oma fand und es sofort adoptierte. Meine Schwester hat eine Erika, eine DDR Schreibmaschine, doch im Vergleich zu dieser erschien diese mir sofort besonders - eine Schreibmaschine mit Persönlichkeit. Ich überlegte, wer wohl darauf geschrieben hat und was er schrieb. Ob sie meinem Opa gehörte, den ich nie kennen lernen konnte?

Selbst wenn das nicht der Fall ist, verbindet mich die Schreibmaschine mit meiner Familie. Es ist wunderbar zu wissen, dass ein Gegenstand so viel eigene Geschichte aufweisen kann, ähnlich wie das Taschenmesser.


 Zur Schreibmaschine gehört anscheinend auch der kleine Hocker, denn auf diesem stehend fanden wir sie.





Gute Nacht, Schreibmaschinchen!
Und wozu braucht man heutzutage eine Schreibmaschine? Ich schreibe damit Grußkarten, Gedichte oder auch einfach auf kleine Notizzettel, denn die Schreibmaschinenschrift hat einen ganz besonderen Charme, der mit gedruckter Durchschnittsschrift nicht zu vergleichen ist.

Ich tagge meine komplette Leserschaft! Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr den ältesten Gegenstand in eurem Zimmer vorstellen würdet.

Apfelkern

Dienstag, 17. Januar 2012

Ein Pfund Gedankenquark

Es gibt Tage an denen hat man verglichen mit anderen Tagen viel Zeit und schafft dennoch nichts nennenswertes, sondern vertrödelt die Stunden mit unkonzentrierter Lektüre, verliert sich zwischen lustigen Videos im Internet oder in Gedankenschleifen. Heute eher letzteres.

Was ist denn nun der Sinn des Lebens?
Dreizehn Jahre lang Schule in denen man wichtige Fähigkeiten vermittelt bekommt und neue Erkenntnisse gewinnen kann (Erkenntnis: es kommt nicht auf dein theoretisches Wissen an, sondern a) wie du es verkaufst und b) was du damit anstellst),  doch wenn danach auch noch vier, fünf oder sechs Jahre Studium folgen, die sicher eine Menge Wissenszuwachs bewirken, wovon aber leider im späteren Beruf nur ein Bruchteil benötigt werden wird, könnte man doch gleich das vom Arbeitgeber gefragte Wissen direkt vermittelt bekommen. Nun, da wären wir wieder bei der Grundidee der Ausbildung. Wenn man in andere Berufsgruppen möchte, muss man ein paar Jahre lang studieren um dann mit viel Glück ab 28 nicht mehr nur durch Nebenjobs zu überleben. Na supi.

Falls man so viel Glück hatte, einen seelenverwandten Partner zu finden und nun gern ein Kind hätte, weil die Natur ruft, Vermehrung mache einen Teil des Sinns des Lebens aus, ruft das Gewissen wiederum, man müsste erst einmal einige Jahre in der entsprechenden Position arbeiten, bevor man Elternzeit beansprucht.
Und dann hat man ein Kind, vielleicht bald zwei, viel Stress, zu wenig Schlaf, keine Zeit für sich und den Partner plus, wenn es gut lief, ein Haus mit einer Menge anfallender Hausarbeit dazu. Na supi.
Andererseits möchte man auch nicht ewiger Single bleiben und bis 40 in WGs wohnen. Überhaupt mal nicht Single zu sein wäre ja schon ein Anfang.

Wir lesen die Gedanken längst Verstorbener in jahrhundertealten Büchern und beachten dabei die Gegenwart nicht, doch um die Gegenwart zu verstehen, muss man die Vergangenheit kennen.
Wir nehmen lesend die Gedanken anderer auf anstatt selbst zu denken.

Manchmal denke ich mir, dass es man als Frau im 19. Jahrhundert zwar vom Mann abhängig und durch diesen definiert war, doch immerhin musste der sich dann in die kalte Welt wagen und die Brötchen erarbeiten während die Frau im warmen Haus bleiben konnte. Da blieben nur noch die zehn Kinder und Hausarbeiten für sie. Kochen, Backen, Aufräumen, Stricken, Socken stopfen, Einkochen und Gärtnern kann ich schon und würde mich wohl gar nicht so übel als Hausfrau in dieser Zeit machen, doch tauschen wollen würde ich auch nicht.

Tätigkeiten wie Handarbeiten, Hausarbeit und Kühe melken geben einem das Gefühl, wirklich etwas zu erarbeiten; etwas "handfestes" zu machen, doch auf lange Zeit sind sie geistig nicht erfüllend. Ach, melken kann ich auch - vielleicht sollte ich bei Bauer sucht Frau mitmachen.
Oder ich mache eine Tischlerausbildung, die meine Hände beschäftigt und den Geist füttere ich am Nachmittag mit klassischer Literatur. Eine Tischlerausbildung bringt Wissen fürs Leben; in Krisenzeiten kann man sich selbst etwas bauen und doch ...


Sehr gute Zeugnisse, praktische Veranlagung, nicht zimperlich - studier' Medizin, Mädel!
Das ist es, was man mir rät. Aber selbst wenn ich Medizin unglaublich spannend finde und mir ein Medizinstudium wunderbar ausmale, könnte ich mir schwer vorstellen, an wildfremden Menschen herumzudoktorn. Und wenn ich versage? Stirbt dann der Patient?
Nicht, wenn ich Hautarzt werde, doch diese Verantwortung möchte ich trotzdem nicht tragen.
Und ewig (sechs Jahre) Medizin zu studieren, um dann doch nur "in die Forschung" zu gehen sehe ich gar nicht ein. Da klingen fünf Semester Biomedizin wie eine vernünftige Alternative, doch ein Arzt ist viel nützlicher. In Krisenzeiten operiert er mit Taschenmesser und Rosenwasser während der Biomediziner nur daneben stehen kann.

Wie war das eigentlich mit dem Spaß am Beruf?
Ach,  dann werde ich einfach Konditorin. Oder Maitre Chocolatier bei Lindt. Oder ich arbeite in einem Bioladen. Oder ich werde Autorin.  Oder .... glücklich? Ich bin ja Optimist.

Jetzt zumindest backe ich einen Kuchen, um wenigstens etwas geschafft zu haben und meinem Gedankenquark zu entfliehen.


Apfelkern

Montag, 16. Januar 2012

Kriech nicht da rein

Agathe Bauer - wer von uns kennt die gute Dame nicht?
Ganze Radioshows und Fernsehsendungen beschäftigen sich mit ihr und so sind viele der tollen Textstellen, die man nicht versteht und sich daher die wildesten Texte darauf zusammendichtet schon bekannt. Und so fiel mir auf, dass ich nicht die einzige Person bin, die "du doofer Sack, du doofer Sack verzieh dich" im Lied Pata Pata zu hören glaubt. Otto hat den Witz sogar schon zu einem seiner Klassiker gemacht. Mist.

Na dann nehme ich einfach das Lied, das mich meine ganze Kindheit lang verwirrt hat.
Warum singt der Typ ständig kriech nicht darein ohne zu sagen, wohinein ich ja nicht kriechen soll? Und warum singt er über einsame Nächte und Sehnsucht statt über dunkle Tunnel? Schließlich ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass man in letztere kriecht.

Im Nachhinein gibt mir das Lied noch mehr Rätsel auf, denn inzwischen wundere ich mich, wie das Lied damals überhaupt an meine Ohren gekommen ist. Durch meine Eltern sicher nicht, es war eher ein Abend bei den Großeltern. Anders kann ich es mir nicht erklären.

Udo Jürgens - Griechischer Wein


Griechischer Wein by Udo Juergens on Grooveshark

Samstag, 14. Januar 2012

Frisch gebrüht

Der Winter ist die Jahreszeit, in der wahrscheinlich der meiste Tee getrunken wird. Auch mein ganzjährig hoher Teekonsum steigt in dieser Zeit sogar noch und daher habe ich beschlossen, mich eines TAGs zu diesem Thema anzunehmen.
Mit einem dampfenden Tee an meiner Seite bin ich startbereit.


1) Wie trinkst du Tee am liebsten?
Zuerst einmal sollte der Tee warm sein. Zusätzliche Süße mag ich nicht unbedingt in meinem Tee, doch ein Schlückchen Soja Milch gebe ich gerne in meinen Gewürztee


2) Was sind deine Lieblingssorten?
Schwarzer Tee! Sowohl Ceylon Tee, Darjeeling, Assam als auch Earl Grey werden in meiner Küche immer Asyl finden.
Außerdem liebe ich Gewürzteemischungen und Lakritztee. Ich denke, dass man das auf folgendem Bild recht gut erkennen kann:



3) Welche Sorten magst du nicht?
Um Früchtetee in beliebten Sorten wie Hagebutte, Kirsch oder auch Himbeer-Vanille mache ich einen großen Bogen, denn sie schmecken in meinen Augen auf meiner Zunge einfach nur fad, meist sehr ähnlich (na gut, ich teste mich ja auch nicht durchs Angebot, da mir Fruchttees wie erwähnt nicht besonders munden) und werden daher von mir auch liebevoll Bonbonwasser genannt.
Außerdem mag ich Pfefferminztee nicht besonders, da man mir den in rauen Mengen und zu Tode gesüßt in kalter Form zu Grundschulzeiten eingeflößt hat.

4) Lieber losen Tee oder Teebeutel?
Für den Schwarztee kommt nur loser Tee in die Kanne, doch die Gewürztees sind alle aus dem Teebeutel. Praktischer ist ein Teebeutel daher schon, doch man kann so nicht ganz so gut zusätzliche Gewürze hineingeben. Daher mische ich manchmal auch einfach Schwarztee mit Zimt, Kardamom, Nelken, Anis, Süßholz usw, um mir nach Lust und Laune einen eigenen Gewürztee zu panschen.
Die Entscheidung zwischen Teebeutel und losem Tee fällt meistens je nachdem, wie viel Zeit ich zur Verfügung habe.


5) Wann trinkst du Tee? Zu welchen Gelegenheiten?
Öhm - wenn ich Durst habe? Blöde Frage.
Ich trinke im Sommer Tee aus im Garten zusammengesuchten Kräutern (Zitronenmelisse, Ringelblumen, Holunderblüten usw.) und im Herbst und Winter Gewürztee. Schwarzen Tee gibt es das ganze Jahr lang.

6) Wie und wann hast du das Teetrinken für dich entdeckt?
Es gab nichts zu entdecken, da in meiner Familie schon immer zum Frühstück schwarzer Tee getrunken wird. Die Gewürztees entdeckte ich, als ich mir schwarzen Tee kochen wollte aber einen Gewürztee meiner Mutter erwischte (das passiert,  wenn man die einzelnen Dosen, in die man den losen Tee umfüllt nicht beschriftet) und ihn sofort wunderbar fand, sodass beim nächsten Einkauf auch ein Gewürztee für mich mit musste.

7) Wie bewahrst du deinen Tee auf?
Loser Tee wird in Metalldöschchen umgefült, da sie sich besser stapeln lassen und Teebeutel werden in der Pappschachtel im Küchenschrank gestapelt. Sind die einzelnen Pappschachteln schon recht leer, werden sie fusioniert, um Platz zu sparen.

8) Wo kaufst du deinen Tee?
Entweder im Teeladen oder im Bioladen. Na gut, der Chai von Teekanne kommt aus dem Supermarkt. Wenn der Tee so gut schmeckt muss man auch mal einen Kompromiss machen.

9) Wie sieht deine Lieblingsteetasse aus?
Eine wirkliche Lieblingstasse habe ich nicht, da es mir eher um den Tee als seine Verpackung geht. Aber in letzter Zeit nehme ich besonders gern eine farbenfroh gemusterte Tasse, die ich zum Geburtstag von einer Freundin bekommen habe.


Lieblingstasse UND Lieblingskanne vereint in stiller Harmonie

10) Wie viele verschiedene Sorten hast du?
Viel zu viele. Das die Schwarztees eher der Eigentum der kompletten Familie sind, zählen sie nicht mit.
Ich glaube, ich sollte mal ein paar Packungen leer machen. Soll heißen: mehr Tee trinken.


Na dann Prost!








Apfelkern


P.S.: Wer möchte, darf sich natürlich auch ausgiebig über seine Beziehung zu aufgebrühten Heißgetränken auslassen!

Freitag, 13. Januar 2012

Your Eyes But Better


Verführerisch schlug sie die mit vollen Wimpern besetzten Lider nach unten und entblößte dabei ein leuchtendes Rot auf diesen.
Wie gewagt und selbstbewusst.

Die tägliche Dosis Bindehautentzündung aus der Kosmetikschublade. Ganz typgerecht gestaltbar mit verschiedenen Rot-, Pink- und Rosatönen kann nun jeder verweint aussehen, ohne eine Träne vergießen zu müssen.

In seiner dezenten und natürlichen Schönheit zählt roter Lidschatten ganz klar zu den Nude Looks; der Art von Make-up, die auf den ersten Blick die Trägerin wie ungeschminkt und dennoch bezaubernd erscheinen lässt.
Informiert euch auf dem Beautyblog eures Vertrauens über diesen grandiosen aktuellen Trend und greift dann umgehend zum Pinsel. Eure Freunde und Bekannten werden begeistert sein.
Die Suche nach dem perfekten Rot für euer Auge könnte zwar ein wenig Zeit kosten, doch der Aufwand wird sich lohnen.

Und ein kleiner Tipp von mir: falls ihr noch keinen roten Lidschatten besitzt, könnt ihr natürlich auch Rouge dafür verwenden. Rote Wangen sind eh von gestern, heute müssen es rote Augen sein.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Quid est... vademecum?

Lange habe ich diese Kategorie vernachlässigt, doch mich erinnerte der alte Cicero, dass das Internet ein wenig mehr Lateincontent benötigen würde, da es mit Dingen wie Catcontent und Ratcontent regelrecht überflutet wird.

Heutige Frage: was ist ein Vademecum?

Das Wort ist so wie ich es gern mag selbsterklärend und wird von der lateinischen Aufforderung vade mecum abgeleitet.

vadere = gehen, schreiten
mecum = mit mir

Zusammengebaut ergibt sich im Deutschen geh mit mir als Übersetzung. Ja und; was ist jetzt ein "Geh-Mit-Mir?" Vielleicht eine Gehhilfe?
Sagen wir, es ist üblicherweise eine geistige Gehhilfe. Es ist für gewöhnlich ein unverzichtbares Buch, das ständig von seinem Besitzer bei sich geführt wird. Diese Bücher sind üblicherweise Ratgeber von anfangs meist medizinischen, theologischen oder juristischen und inzwischen diversen sehr facettenreichen Thematiken.
Man könnte ein Vademecum vielleicht als Gebrauchsanweisung für den Alltag sehen, die man stets bei sich trägt.

Falls ihr nun denkt, es sei ja ganz nett zu wissen, was ein Vademecum ist, doch letztendlich würde der Begriff heute eh nicht mehr verwendet, kann ich nur darauf verweisen, dass man heutzutage haufenweise Handbücher mit dem zauberhaften Titel Vademecum erwerben kann, die auf diverse Personengruppen wie zum Beispiel Pharmazeuten, Männer, Reisende oder Religiöse zugeschnitten sind. Seht selbst, was man alles online kaufen könnte, indem ihr bei dem allumfassenden Onlineshop eures Vertrauens aus Spaß an der Freude Vademecum eingebt.

Für mich bleibt nur eine Frage: ein Vademecum ist theoretisch alles, das einen täglich begleitet - zählt ein Taschenmesser dann auch als Vademecum?
Ich denke schon. Toll, dann habe ich ja ein waschechtes Vademecum-Messer...


Vale,

Apfelkern

Montag, 9. Januar 2012

It's a damn cold night

Zu den aktuellen Temperaturen passt das Thema nicht, doch jahreszeitlich liegt das Projekt 52 der Gedankendeponie mit dem Thema Kälte genau richtig.
Meine Erstidee Wenn der Winter kommt habe ich schon zum Thema "Romantik" verheizt (denn zwei Menschen+Kälte = Romantik vorm Kamin), doch die nächste Idee war sofort einsatzbereit: I'm With You von Avril Lavigne.

Ich kenne das Lied schon ewig. Es war eines der ersten Videos, dss ich mir heimlich angesehen habe, nachdem ich das Passwort des Fernsehers geknackt hatte. Wie aufregend MTV sein konnte, wenn man es in minimaler Lautstärke im Dunkeln mit der ständigen Angst, die Eltern könnten gleich das fernsehende Kind entdecken, konsumierte.

Was hat der Titel mit Kälte zu tun?
Im Video liegt eindeutig Schnee und wenn ich sie mit kurzen Hosen durch diesen laufen sehe, wird mir schon kalt. Und ich muss an die Kälte des Alleinseins denken. Nicht die Einsamkeit in dem Sinne, dass niemand anwesend ist, sondern das Fehlen von Personen, von denen man geliebt wird. Eine verdammt kalte Nacht.

Außerdem liebe ich das Gefühl, dass das Lied in mir auslöst.


Kälte ist mir so viel lieber als Hitze!

Apfelkern

Samstag, 7. Januar 2012

Rosaphob

Ein Baby fragt das andere:
"Bist du ein Junge oder ein Mädchen?"
"Ein Junge"
"Beweise es !"
 Darauf zieht der Kleine die Decke weg und sagt:
"Siehst du .. ..blaue Söckchen!!!



Kennt ihr diese alte Kamelle? Ich kann diesen Witz nicht besonders leiden. Davon abgesehen, dass er sowieso nur mäßig lustig ist, reitet er nämlich auf dem Klischee Rosa für Mädchen und Blau für Jungs herum.

Auch in Filmen (gerne: Ami-Kitsch) oder in der Spielzeugindustrie greift man gerne zu diesem Farbschema. Natürlich nicht nur im Säuglingsalter sondern auch weit darüber hinaus bleibt so in den Köpfen vieler Menschen Rosa eine Farbe für die Damen und Blau für den Herrn.

Immerhin sind heute viele Eltern auch über dieses Klischee hinweg und kleiden das Kind geschlechtsunabhängig, doch bei mir bleibt eine Abneigung gegen Rosa in meinem Kleiderschrank zurück. Für mich heißt es, sich dem Klischee, weibliche Wesen hätten nur hübsch auszusehen, hinter dem Herd zu stehen und Kinder zu bekommen, zu fügen, wenn man als Mädchen Kleidung in Rosa trägt und so meide ich die Farbe. Noch stärker in seiner Aussagekraft ist in meinen Augen Pink.
Rosa Socken (ich sag nur: mehrfarbige Großpackung) besitze ich auch, denn die bekommt man ja nur selten zu Gesicht, doch pinke Socken würde ich nicht tragen.

Mein Vorurteil:
Rosa = naives Mädchen, Tussi
Pink =  Obertussi, bei entsprechender Kleidungszusammenstellung (z.B. alles Pink, Pink-Schwarz, Pink-Glitzer) in Alltagssituationen auch gern = stark aufmerksamkeitsbedürftig, oberflächlich.

Ich weiß, dass genau diese Beurteilung eines Menschen anhand seiner  Kleidung oberflächlich ist und doch kann ich mich dieses Verhaltens beim Anblick von rosafarbener Kleidung nicht erwehren. Dabei ist es völlig überholt und unsinnig.
Woher das kommt ist mir nicht ganz klar. Meine Eltern haben mich jedenfalls nie in gerüschte rosafarbene Hello Kitty (*schauder*) Strampler gesteckt.

Rosa ist für mich aufgesetzte Niedlichkeit, zur Schau gestellte Hilflosigkeit. Und exakt das möchte ich nicht verkörpern. Selbstständigkeit und Stärke scheinen mir viel erstrebenswerter zu sein. Rosa und Pink müssen kein Widerspruch dazu sein und doch sind sie es für mich, weshalb ich einen Bogen um diese Farben mache.
Genauso meide ich auffälligen Glitzer, große Rüschen, überdimensionale Schleifen und Konsorten, um ja kein klischeehaftes Mädchen zu sein. Und dennoch schminke ich mich gern ein wenig, um Vorzüge hervorzuheben. Aber ohne Glitzer und Rosa.

Rosa Kleidung für Männer erscheint nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung zu sein, doch ich bin davon um ehrlich zu sein nicht besonders begeistert.

Ich frage mich, ob ich als Junge ein Problem mit der Farbe Blau hätte. Aus heutiger Sicht: nö.
Aber das sollte man ja auch nicht sagen, wenn man in seinem Kleiderschrank neben einer Menge Rot so viel Blau beherbergt.
Moment, ist Rot nicht auch nur ein intensives Rosa? Für mich nicht.

Und auch Röcke stellen für mich kein Problem da, solange sie nicht rosa/pink/glitzrig sind. Schon sehr seltsam.

Was da wohl in meiner Beziehung zu dieser Farbe schief gelaufen ist?
Noch jemand mit einem gestörten Verhältnis zu Rosa?

Apfelkern

Freitag, 6. Januar 2012

Schon geoutet?

Manchmal sieht man auf Blogs Bilder des Blogautors mit dessen Freunden oder Familie. Manchmal liest man davon, wie die Eltern bei der Aufnahme von Bildern behilflich waren.
Das beeindruckt mich, denn das bedeutet immer, dass der entsprechende Blogger seinem Umfeld von seinem Geschreibsel im Netz erzählt hat.

Und wahrscheinlich noch mehr: das Umfeld hat vielleicht sogar die URL des Blogs und kann so mitverfolgen, was im Kopf ihres Mitmenschen vorgeht. Ohne dass man ihnen von den eigenen Sorgen erzählt hat, wissen sie plötzlich schon, was einen beschäftigt. Mir gefällt diese Vorstellung nicht.

Das ist einer der Gründe, weshalb meine Familie und Freunde nichts von meinem Blog wissen. Ein Blog ist für sie (in meiner naiven Vorstellung zumindest) etwas, das irgendwelche einsame Computerfreaks oder Prominente in ihrer Freizeit betreiben, doch nichts für Otto Normalverbraucher. Es ist wirklich merkwürdig, seine tiefgehenden Gedanken Fremden mitzuteilen und gegenüber dem Umfeld im Leben 1.0 nicht zu erwähnen.

Vielleicht würden sie davon nicht komplett schockiert sein, dass ich blogge, sondern sich darüber aufregen, was ich blogge. Wer weiß - ich habe es ihnen nie erzählt.

Und dabei möchte ich es eigentlich auch belassen. Ich würde mich beobachtet fühlen; unter Druck gesetzt. Als Konsequenz würde ich ganz verbissen darauf achten, worüber ich schreibe und wohl auch im Laufe der Zeit die Freude am Bloggen verlieren. Da kann ich gleich mein Tagebuch zur allgemeinen Lektüre auf den Küchentisch legen.

Geheimnisse erfreuen einen mehr, wenn möglichst wenige davon wissen. Und da ich Pseudonym und fehlender Portraits sei Dank anonym bleibe, könnten die wenigsten, die mich vielleicht sogar in der Realität kennen,  meinen Gehirnquark mit meiner Person verbinden.

Und warum teile ich dann überhaupt meine Gedanken mit der Welt?
Man möchte manchmal einfach wissen, was andere über die eigenen vielleicht verschrobenen Vorstellungen denken und in den Genuss eines Gedankenaustausches kommen. Genau dieser Gedankenaustausch ohne die Grenzen, die sich innerhalb von Bekanntschaften immer finden, ist es, den ich am Bloggen so schätze und inspirierend finde. Man bekommt die Sichtweise von Menschen, die man auf der Straße nie ansprechen würde weil sie regelmäßig kaputte Schirme fotografierend am Straßenrand stehen. Es ist eine Horizonterweiterung von höchster Qualität und obendrein lernt man auch noch einige andere Blogger kennen und schätzen.

Es kann sein, dass ich mich mit meinem für den Großteil der Familie und Freude geheimen Blog nicht unwohl fühle, da es eine befreundete Bloggerin in Reichweite gibt, mit der ich mich über dieses Thema austauschen kann. Ohne diese würde ich aber gar nicht in die Situation kommen, mich wegen des Bloggens merkwürdig zu fühlen, da ich erst durch Karo zum Bloggen gekommen bin.

In einigen Momenten dachte ich wirklich ernsthaft daran, zumindest meiner Mutter von meinem Blog zu erzählen, doch ich kam von der Idee ab. Denn sie findet diese Art von Gedankenstriptease seltsam. Ihr Unterton sprach ganz deutlich: Blogger? Haben die denn keine richtigen Freunde?
Und so bleibt es mein kleines schmutziges Geheimnis.

Vielleicht bloggt mein komplettes Umfeld auch und schweigt genauso wie ich darüber.

Apfelkern

Donnerstag, 5. Januar 2012

Da verkriecht sich der Staub von allein

Öhm, war da nicht noch was?
Ach ja, das aktuelle Thema des Projekts 52 Aufräumen. Kein Wunder, dass ich das so lange herausgezögert habe...

Nun ja, was höre ich mir denn an, während ich aufräume? Ich drehe das Radio an und höre mir die Gespräche an oder hoffe auf Musik, zu der ich staubwedelnd durchs Zimmer hüpfen und mitsingen kann. Denn man muss sich ja nicht noch mit herzzereißenden Balladen beschallen, wenn einem sowieso beim Anblick des Abwaschs zum Heulen ist.
Also muss ein beschwingter Titel her, zu dem ich mitsingen kann.

Schnelle Musik zum Mitsingen? Katzenjammer! Und da haue ich doch gleich mal den Mainstreamhit-Klassiker raus: A Bar In Amsterdam. Hey!


Und mit 120 km/h rast der Staubsauger dazu durchs Zimmer. So räumt man auf.

Apfelkern

Dienstag, 3. Januar 2012

Was in meiner Tasche wohnt

Mehrfach erwähnt und doch nie näher vorgestellt. Dabei begleitet es mich ständig und hätte es daher schon lange verdient, einen ganzen Post gewidmet zu bekommen.
Besonders, da es sich immer so bedingungslos nützlich macht.

Ich spreche von meinem Taschenmesser.


Es war kein Geschenk und kaufen musste ich es auch nicht. Es war ein Fundstück. Jahrzehnte muss es auf dem Dachboden des alten Hauses meiner Oma im Erzgebirge, dem persönlichen Krisengebiet meiner Familie, verbracht haben, bis es zu mir gefunden hat. Von dem ersten Moment in meiner Hosentasche an war es ein Teil von mir.




Es ist relativ schmal und passt so perfekt in eine Hosentasche ohne diese auszubeulen. Die Hülle ist silbern und mit zarten Mustern bedeckt - schlicht und einfach das schönste Taschenmesser, das ich je gesehen habe.
In ihm verbergen sich eine große und eine kleine Klinge sowie ein Korkenzieher. Die Klingen wurden von Opa geschärft und funktionieren nun wunderbar, der Korkenzieher kam noch nie zum Einsatz, aber ihr Moment wird noch kommen.
Schon vorher hatte ich ein Taschenmesser, doch mit seinem breiten Plastikgriff war es mir zu groß für die Hosentasche gewesen und wurde so nur im Rucksack oder der Umhängetasche umhergetragen. Erst mit meinem neuen alten Messer ist in meiner Hosentasche auch wirklich mein Taschenmesser zu Hause. Klingt ja wirklich bedrohlich: eine Person mit einem Messer in der Tasche.
Tatsächlich ist es nur ein ungewohnter Gedanke. Schnell stellt man fest, dass ein Messer unglaublich nützlich ist: Verpackungen öffnen, Muffins durchschneiden, Äpfel aufschneiden (für die Freunde; ich esse meine im Stück und mit Kernen), Holz schnitzen, Schrauben herausdrehen - einfach alles. Bei Bedarf wird die Klinge gereinigt und dann gleitet es sofort wieder zurück in die Hosentasche. Nur nachts schlafen wir getrennt.



Im direkten Vergleich zu meinem alten Taschenmesser werden seine Vorzüge in Sachen Optik und Größe noch einmal deutlich.




Ich frage mich, wem es einst gehört hat. Wessen Hosentasche bewohnte es? Die des Vater meiner Mutter, den ich nie kennengelernt habe? Vielleicht ist es noch älter - wer weiß. Ich weiß nur, dass es mich mit der Geschichte meiner Familie verbindet und dieser Gedanke gefällt mir.

Ich bin so froh, dass dieses Messer zu mir gefunden hat. Wenn ich auf der Suche nach meinem Fahrradschlüssel in die Tasche greife und das von der Körperwärme angewärmte Messer spüre, zaubert es mir stets ein Lächeln ins Gesicht.
Ich möchte nicht mehr ohne mein Messer sein. Also schnell zurück in die Tasche damit.

Apfelkern